Musikschüler ernten viel Applaus

Gelungene Auftritte beim Internationalen Akkordeon-Festival und den Landes-Gitarrentagen

Die Landes-Gitarrentage waren für die vier hiesigen Teilnehmerinnen eine große, aber auch schöne Herausforderung.WOLGAST (OLM). Als sich die Mädchen und Jungen der Kreismusikschule Wolgast-Anklam am vergangenen Freitag in die Herbstferien verabschiedeten, hatten viele von ihnen schon spannende Wochen hinter sich. Die 102 kleinsten Eleven haben gerade die ersten Töne auf ihren gewählten Instrumenten gespielt, nachdem sie Ende September bei zwei Begrüßungskonzerten im Wolgaster Saal der Musikschule feierlich aufgenommen wurden. „Die Zugänge verteilen sich gut auf die verschiedenen Instrumente, bei Klavier und Gitarre in Anklam gibt es allerdings eine ziemlich lange Warteliste“, schildert Musikschulleiterin Marika Guddat, die sich insbesondere auch über die vielen neu angemeldeten Tänzerinnen freut.
Ein kleines Jubiläum konnten dagegen acht Mitglieder des deutsch-polnischen Akkordeonorchesters feiern. Bereits zum fünften Mal war das Orchester beim Internationalen Akkordeonfestival im polnischen Koszalin dabei. Verstärkung bekamen die acht Schüler von Cathleen Holz und Andrea Neye durch sechs Mädchen und Jungen der Musikschule Stralsund und ihrer Lehrerin Lydia Künitz sowie dem polnischen Schüler Andrzej Szaja. Gemeinsam bereiteten sie bei intensiven Proben ein abwechslungsreiches Programm vor, das sie dann beim Festival aufführten - in dieser Besetzung und mit Cathleen Holz als Dirigentin eine echte Premiere. Die hatte zudem extra einen Räubertanz für das Orchester komponiert. Die bekannte „Morgenstimmung“ von Edvard Grieg sowie ein griechischer Tanz komplettierten das gemeinsame Programm. Den besonderen Reiz des Festivals machten aber auch diesmal die vielen Begegnungen auf und neben der Bühne aus. So hatten die Schüler die Gelegenheit, verschiedene polnische Gruppen zu hören, am Nachmittag mit Prof. Zbigniew Ignaczewski von der Musikakademie aus Lodz zu proben und am Abend tolle Jazz- und Cross-over-Konzerte mit einer Bass-Balalaika sowie speziellen Akkordeon-Arten, die erst 20 Jahre alt sind, zu erleben. Zum großen Abschlusskonzert, bei dem alle einige Stücke gemeinsam im 60-köpfigen Festival-Orchester spielten, hatten viele Eltern aus Stralsund und Wolgast sogar die vierstündige Fahrt auf sich genommen.
Im großen Orchester des Internationalen Akkordeonfestivals in Koszalin spielten bereits zum fünften Mal Mädchen und Jungen von der Kreismusikschule Wolgast-Anklam mit.Sehr gut gefallen hat Andrea Neye auch, dass die polnischen und deutschen Schüler erstmals gemeinsam in einem Gebäude untergebracht waren und sich außerhalb der Proben noch intensiver kennenlernten und sich zum Abschied herzlich zuwinkten. „Alle Schüler sind mit viel Musik in den Ohren zurückgekehrt und fragten schon nach dem nächsten Probentreffen“, freut sie sich und dankt dem Organisator Artur Zajkowski, dem Kulturhaus in Koszalin, dem Landkreis, Busfahrer und mitgereisten Elternvertretern sowie dem Förderverein der Musikschule für die Unterstützung.
Auf Reisen waren auch die Gitarrenschülerinnen Dana Hohmann, Lina-Sofie Nadler, Darleen Olbricht und Josefine Wille. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Ulrike Gaßner und Marika Guddat bei den Landes-Gitarrentagen in Rostock dabei waren. Die Veranstaltung, die 2009 von Fridolin Zeisler, Leiter der Musikschule Malchin, ins Leben gerufen wurde, hat sich inzwischen zu einem echten Renner entwickelt, obwohl oder gerade, weil sie den Teilnehmern viel abverlangt. Die rund 90 Mädchen und Jungen mussten schon seit Mai insgesamt 17 Titel einstudieren, wobei das Spektrum von Renaissance-Stücken bis zum Bond-Hit „Skyfall“ reichte.
Direkt beim Treffen wurde dann intensiv am Zusammenspiel gefeilt. „Gerade für die Jüngeren war das teilweise sehr schwer, aber sie waren sehr diszipliniert und haben in diesen zwei Tagen viel von den anderen Orchestermitgliedern gelernt“, schätzt die Musikschulleiterin ein. Und das eigene Instrument, das sonst meist solo erklingt, in einem so großen Ensemble zu hören, war für die Mädchen ein ganz neues Erlebnis, denn drei der vier waren zum ersten Mal dabei. Und spätestens beim rauschenden Applaus und dem Lob von Eltern und Lehrern nach dem gelungenen Abschlusskonzert waren auch die schmerzenden Fingerkuppen vergessen.

Usedom Kurier, 22.10.2014

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