Beflügelte Premiere

Feierliches Konzert setzt Schlusspunkt unter die Jubiläums-Spendenaktion.

WOLGAST. Ganz besonderen Grund zum Feiern gab es am Sonnabend im Saal der Wolgaster Musikschule. Denn dort setzte das Festkonzert unter dem Motto „Musik verleiht Flügel“ quasi den Schlussakkord unter den 65. Geburtstag der Einrichtung. Denn während aller Veranstaltungen im vergangenen Jubiläumsjahr hatte der Förderverein der Kreismusikschule Wolgast-Anklam zu Spenden für den Kauf eines neuen Flügels aufgerufen. Durch treue und regelmäßige Sponsoren und auch viele kleinere Spenden kamen schließlich 20 000 Euro zusammen.
Yumiko und Björn Backhaus, Jadwiqa Mikolajczyk und Agnes Rabast musizierten achthändig am neuen Flügel. Foto: KruseIm Januar entschied der Förderverein dann, dass für maximal 30 000 Euro ein neuer Flügel gekauft werden kann. Die Klavierlehrer bekamen den Auftrag, nach einem solchen Instrument Ausschau zu halten, was gar nicht so einfach war, wie sich Musikschulleiterin Marika Guddat erinnert. „Fünf Klavierpädagogen, fünf verschiedene Meinungen“, sagt sie schmunzelnd. Dabei ging es unter anderem um die Frage, ob es eine deutsche oder ausländische Marke, ein neuer oder ein hochwertig aufgearbeiteter Flügel sein soll. Wie sollte es gelingen, einen Flügel zu kaufen, mit dem alle einverstanden sind, auf dem die Klavierlehrer gern unterrichten und spielen? Die Pädagogen recherchierten, fuhren zu Klavierbaufirmen in ganz Deutschland, kontaktierten Musikhäuser und wurden schließlich fündig. In Hamburg gab es einen neuen Yamaha-Flügel für 30 000 Euro, der bisher als Ausstellungsstück auf einer Messe stand. Kurzentschlossen fuhren drei der hiesigen Klavierlehrer nach Hamburg, um diesen Flügel auszuprobieren und waren sich nach dem Anspielen einig: So einen Flügel für diesen Preis finden wir nie wieder. Am Sonnabend erklang er nun das erste Mal öffentlich in seiner neuen Heimat. Dabei zeigten die Klavierpädagogen Agnes Rabast, Yumiko und Jörn Backhaus, Jadwiga Mikolajczyk und Elvina Zeynalova, was für eine Klangfülle aus dem Instrument hervorgezaubert werden kann. Unterstützt wurden sie von Annerose Kolkwitz und Maria Schüler. Reizvoll war auch das Zusammenspiel von „altem“ und „neuem“ Flügel. So wurde solo, vierhändig und achthändig an den Klavieren musiziert. Der krönende Abschluss war der „Galop-Marche“ von Albert Lavignac, der vier Klavierpädagogen am neuen Flügel vereinte und mit beschwingten Rhythmen das Konzert im nahezu komplett gesetzten Saal als musikalisches Dankeschön an die Sponsoren, Förderer und Unterstützer ausklingen ließ.

Usedom Kurier, 17.09.2014

 

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