Kraftakt für Hänsel und Gretel

Kreismusikschule Wolgast-Anklam feiert gelungene Premiere ihres ersten Kammerorchester-Projektes

Drei Tage übte das neu formierte Kammerorchester unter Leitung von Maria Schüler inten­siv in Peenemünde für die gelungene Premiere von „Hänsel und Gretel“.	Foto: olmPeenemünde (AK/olm). Aus Pfefferkuchen ist es zwar nicht, aber abgesehen davon erinnerte das Peenemünder Schullandheim am Wochen­ende mächtig ans berühmte Knusperhäuschen aus dem Grimmschen Märchen. Denn hinter nahezu jeder Tür waren Hänsel und Gretel präsent — zumindest in musikalischer Form. Seit Freitagvormittag hatten sich hier nämlich 25 Schüler der Kreismusikschule Wolgast-Anklam im Alter von zehn bis 43 Jahren gemein­sam mit ihren Lehrern einquar­tiert, um für die Aufführung der Orchestersuite „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck zu proben.
„Es ist das erste Mal, dass wir uns an so ein Kammermusikprojekt wagen“, schildert Schul­leiterin Marika Guddat. Ein echtes Kammerorchester zu bilden, ist schwierig, weil die an der Schule beliebtesten Ins­trumente, wie Gitarre und Kla­vier, dort nur eine Nebenrolle spielen. Besonders viel zu tun haben dagegen bei „Hänsel und Gretel“ die Violinen-, Vio­la- und Cellospieler. Auch ge­nug Quer- und Blockflöten-, Klarinetten- sowie Saxofon-Schüler mussten gefunden werden und für vier der insge­samt zwölf Stücke wurden auch Sänger gebraucht.
Besonders eng wurde es bei den Bläsern. „Hundertprozen­tig haben wir es nicht hinbe­kommen. Den Horn-Part über­nehmen die Saxofone und an­statt Fagott haben wir Posaunen besetzt“, erläutert Maria Schüler, die Anfang des Jah­res die Idee zu diesem Projekt hatte und auch die musikali­sche Leitung des Orchesters übernahm.
„So richtig wussten wir nicht, worauf wir uns da einlassen. Wir hatten schon ein bisschen Bauchschmerzen, ob das klap­pen kann“, macht Marika Gud­dat deutlich. Schließlich ist so ein Ensemble-Projekt ange­sichts der vielen Unterrichts­orte und der weiten Entfernun­gen, die Schüler und Lehrer für gemeinsame Proben zu­rücklegen müssen, in der hie­sigen Region ein besonders großer Kraftakt.
Seit März wurde fleißig geübt, aber erst in Peenemünde kam das ganze Orchester zusammen. Kein Wunder, dass die Anspannung groß war. Doch schon nach der ersten gemein­samen Probe war Erleichte­rung zu spüren. „Nun wissen wir endlich, wofür wir die gan­zen Monate geübt haben“, wa­ren sich die Kinder einig und auch die Lehrer stellten fest, dass es doch schon ganz gut klang. „Ich war wirklich positiv überrascht“, freute sich Maria Schüler. Mit umso mehr Elan wurde anschließend an den Feinheiten gefeilt. Denn für eine gelungene Aufführung reicht es nicht, wenn jeder nur seine eigene Stimme be­herrscht. Mindestens genauso wichtig ist es, auf den richti­gen Einsatz zu achten. „Die Blechbläser müssen am bes­ten zählen können“, sagt Marika Guddat augenzwinkernd. Das hat bei der ersten Auffüh­rung am Sonntag im sehr gut besuchten Karlshagener „Haus des Gastes“ schon ein­mal bestens geklappt. Die jun­gen Musiker bekamen so viel Applaus, dass sie sogar eine Zugabe geben mussten.
Doch das ist erst der Anfang. Nach einer weiteren großen Probe am 1. Dezember in Wolgast wird das Musikschul-Orchester am 9. Dezember die Wolgaster Märchenwoche in der Aula der Kosegarten-Schu­le eröffnen sowie am 15. De­zember die beiden traditionel­len Weihnachtskonzerte der Musikschule in Anklam und Wolgast gestatten. Künftig soll es alle zwei Jahre ein solches Orchester-Projekt geben.

AnzeigenKurier, 21.11.2012

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