Deutsch-polnische Harmonie bei Tango, Blues und Walzer

Akkordeonorchester beschließt Konzertjahr mit einem Auftritt in Swinemünde

Die Mädchen und Jungen des deutsch-polnischen Akkordeonorchesters probten in Peene­münde intensiv für das letzte Konzert des Jahres.	Foto: O. MinkenbergSwinemünde/Peenemünde (AK/olm). Während im deut­schen Teil der Insel am Sonn­tag die Narren symbolisch die Regierung übernahmen, ging es in der größten Usedomer Stadt besinnlicher zu. Denn in Polen steht der 11. November nicht für den Karnevalsbeginn, sondern für das Erlangen der Unabhängigkeit nach langer Teilung im Jahr 1918. Zu den Konzerten, mit denen der Na­tionalfeiertag traditionell gefei­ert wird, gehörte in Swinemün­de diesmal auch ein Auftritt des deutsch-polnischen Akkor­deonorchesters.
Seit Freitag hatten die 25 Mäd­chen und Jungen zwischen acht und 18 Jahren für das Programm im Schullandheim Peenemünde geprobt. „Eigent­lich sollte die Probenfreizeit schon früher stattfinden, aber es ist schon recht schwierig, immer alle unter einen Hut zu bekommen. Jetzt muss es eben ganz kompakt auf den Punkt stimmen“, schilderte die stellvertretende Leiterin der Kreismusikschule Wolgast-Anklam, Andrea Neye, die auch das dritte Peenemünder Tref­fen mit Hilfe von Fördermitteln des Europäischen Fond für re­gionale Entwicklung (Interreg IVa) der Pomerania organisiert hatte. Erstmals waren neben zwölf deutschen Schülern, ihren Lehrerinnen Andrea Neye und Cathleen Holtz so­wie neun jungen Akkordeonspielern mit ihrem Lehrer Krzysztof Naklicki aus Swinemün­de auch vier Kinder aus Gryfice mit ihrer Lehrerin Malgorzata Drechlin im Schulland­heim dabei.
Viele von den anderen sind dagegen schon „alte Hasen“ in Sachen Probenfreizeit und freuen sich auf die regelmäßi­gen Treffen und das inzwi­schen vertraute Miteinander. So ist es mittlerweile völlig selbstverständlich, dass sich etwa die neunjährige Heidi La­bahn aus Wolgast ihr Zimmer mit Olivia Zborowska aus Swi­nemünde teilt. Und sollte es in
den Pausen einmal Verständi­gungsschwierigkeiten geben, haben die Kinder sogar ihren eigenen „Dolmetscher“. Leo­nard Bühner aus Greifswald, der seit dem Neustart des Or­chesters vor drei Jahren dabei ist, wächst zweisprachig auf, weil seine Mutter aus Koszalin kommt.
Viel Freizeit hatten die jungen Musiker diesmal allerdings nicht, denn extra für das Swinemünder Konzert studierten sie noch vier neue patriotische Stücke ein. Die größeren Schüler hatten zudem einen neuen Tango, Blues sowie Walzer auf dem Programm. Darüber hinaus gab es eine Premiere. Zum ersten Mal trat das Akkordeonorchester nämlich gemeinsam mit 40 Mäd­chen und Jungen eines polni­schen Kinderchors auf. Erst am Sonntagvormittag hatten al­le Gelegenheit, das Zusam­menspiel zu üben. Das anspruchsvolle Swinemünder Konzert, das von den Zuhö­rern mit viel Applaus bedacht wurde, setzt gleichzeitig den Schlusspunkt der diesjährigen Orchesterarbeit. Das nächste Treffen ist allerdings schon für den 22. Februar geplant. „Wir werden die Zusammenarbeit auf jeden Fall weiterführen“, kündigt Andrea Neye an. Schon am kommenden Wo­chenende werden die deut­schen Musikschüler allerdings erneut zu Gast im Peenemünder Schullandheim sein. Dann geht es um die Vorbereitung des Weihnachtsprojektes, für das sich die Pädagogen dies­mal etwas ganz Besonderes ausgedacht haben. Die Musik­schüler wollen als Kammeror­chester die bekannte Märchenoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck auffüh­ren. Das erste Mal wagt sich die Musikschule Wolgast-Anklam an ein solches Vorhaben heran. Die Premiere ist zum Abschluss des Probenlagers am Sonntag, 18. November, um 15 Uhr im Karlshagener „Haus des Gastes“ geplant. Zur Eröffnung der Wolgaster Märchenwoche am 9. Dezem­ber in der Aula der Kosegartenschule sowie bei den tradi­tionellen Weihnachtskonzerten der Musikschule in Wolgast und Anklam sind weitere Auf­führungen vorgesehen.

AnzeigenKurier, 14.11.2012

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