Für Anja und Anne ist Musik positives Lebensgefühl

Wolgast (OZ) - Für Anja Rambow aus Hohendorf und Anne Körner aus Zinnowitz ist das Singen und Musizieren ein Ausdruck positiven Lebensgefühls. Als Kind klang Annes Gesang abends noch aus dem Zimmer, wenn die Eltern eher keinen Mucks mehr hören wollten. Anja entdeckte mit vierzehn Jahren im Schulchor des Gymnasiums die Freude am Singen. Beide Mädchen begannen irgendwann bei Uta Petroff an der Musikschule mit einer fundierten Gesangsausbildung. Erste Auftritte bei Konzerten vermittelten Bühnenerfahrung und den Umgang mit Lampenfieber.

Anja Rambow hat neben dem Gesangs- auch Klavier- und Tanzunterricht. Sie ist Mitglied der Musikschulband „Treibsand“, die, angeleitet von Tilo Holz, Cover-Songs aus Pop, Soul und Twist einstudiert, aber auch Eigenes entwickelt. Sie nutzt die Zeit bis zum Abi, um sich Rüstzeug für eine Bühnenkarriere anzueignen, denn ihr Berufswunsch „Musicaldarstellerin“ ist ein ehrgeiziges Ziel. Geweckt wurde er durch Musicalgesangsstücke, mit denen sie gute Noten bei den jährlichen Musikschulprüfungen erreichte. Der Besuch der „Buddy-Holly-Story“ in Hamburg tat ein Übriges. Inzwischen hat die 18-jährige Gymnasiastin bereits an einigen Workshops von Schulen, die Musicaldarsteller ausbilden, teilgenommen. Eine für sie besonders wertvolle Erfahrung war der von der OZ unterstützte Workshop der Stage School Hamburg. Lob und Kritik der erfahrenen Profis spornte an und machte Mut. Trotzdem bleibt Anja mit beiden Beinen auf dem Boden, denn sie weiß, dass die Konkurrenz groß ist. Sie könnte sich auch vorstellen, Gesangslehrerin oder Musikjournalistin zu werden. Aber deshalb möchte sie ihren Traum nicht gleich im Keim ersticken.

Anne Körner hat durch die Zinnowitzer Vineta-Aufführungen den Weg zum Theater gefunden. Als 1995 ein großes Casting für Laien veranstaltet wurde, hatte sie Glück und arbeitete an der ersten Aufführung mit. Später wirkte sie an „Metroportem oder das Schweigen der Hämmer“ des Jugendtheaters unter Leitung von Stefan Hahn mit. Ihm bringt Anne Hochachtung und große Dankbarkeit entgegen. „Von ihm habe ich sehr viel gelernt, er hat mich sozusagen aufgepellt, Selbstvertrauen aufgebaut und alle Fähigkeiten aus mir herausgeholt“. Auch Anne hat in der Musikschulband gesungen. Inzwischen hat sie jedoch ihre Liebe zu Jazz und Blues entdeckt. Eine ehrliche Musik mit viel Gefühl und Improvisation sei das. „This side of paradise“ heißt die Band, in der sie singt und die unter anderen Songs von James Brown covert. Aber auch für Ella Fitzgerald, Nina Simon und Diane Reefs schwärmt die junge Frau mit den lebhaften braunen Augen. Von Florian Adolfhi und Mike Hartmann aus der Greifswalder „Musikfabrik“ lernt sie inzwischen weitere Feinheiten des Jazz. Ob sie die Musik zum Beruf machen will, weiß sie noch nicht, gegenwärtig ist es jedenfalls ein intensives Hobby. Für die Zukunft könnte Anne sich auch einen Beruf im sozialen oder pädagogischen Bereich vorstellen.
D. SCHNÜRLE

OstseeZeitung, 09.11.2001

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