Weihnachtliche Klänge hinterm Deich

Deutsche und polnische Musikschüler aus der Region proben im Schullandheim in Peenemünde unter anderem für Auftritte in der Vorweihnachtszeit und laden zu mehreren Konzerten ein.

Von Tom Schröter

Musikschulleiterin Marika Guddat (r.) gab gestern beim gemeinsamen Proben im Schullandheim Peenemünde den Ton an. Deutsche und polnische Schüler musizierten wieder einmal in einem Orchester.	Foto: T. SchröterPeenemünde – Harmonische Weihnachtsweisen erklingen seit Freitag inmitten der Naturidylle bei Peenemünde. Junge Instrumentalisten aus der Region studieren Melodien zum Fest ein, üben verschiedene klassische Stücke und Tanzmusiken. „Das Schullandheim eignet sich gut für unsere alljährliche Probenfreizeit“, lobt Marika Guddat, Leiterin der Kreismusikschule Ostvorpommern. „Hier haben wir ausreichend Proberäume zur Verfügung und es herrscht eine herzliche Atmosphäre.“
Zu den 60 Schülern und Pädagogen, die gemeinsam ihrem Hobby frönen, zählen erstmals auch Krzysztof Naklicki, Lehrer an der Swinemünder Musikschule, und drei seiner Schüler. Sie gehören zum deutsch-polnischen Akkordeonensemble, das seit Ende August dieses Jahres regelmäßig gemeinsam probt und an die Tradition des zu DDR-Zeiten vom Zinnowitzer Hans Luck geleiteten grenzübergreifenden Orchesters anknüpfen will.
„Im Schullandheim steht das gemeinsame Musizieren in größeren Gruppen der Streicher, Klarinetten, Akkordeons und Gitarren im Mittelpunkt“, erklärt Marika Guddat. Während in der Musikschule nur Einzelunterricht gegeben oder in Grüppchen gespielt wird, machen die Eleven im Peenemünder Camp die Erfahrung, Teil eines großen Klangkörpers zu sein. „Ich bin schon zum zweiten Mal dabei und finde das gut hier“, sagte Annika Mahnke (10) aus Lubmin, die seit gut vier Jahren Gitarre spielt. Der Spaß, mit anderen Musik zu machen, steht bei der jungen Gitarristin Julie Schumacher (12) aus Spandowerhagen im Vordergrund. Der Swinemünder Kacper Baranowski (15) hat bereits jenseits der Grenze Probencamp-Erfahrungen gesammelt. „Wir kamen mit unserem Lehrer im Auto nach Peenemünde“, berichtete er, wobei Leonard Bühner als Dolmetscher fungierte. Der junge Greifswalder ist ein Glücksfall für das gemischte Akkordeonensemble, weil er fließend Polnisch sprechen kann. „Meine Mutter kommt aus Polen und hat mir die Sprache beigebracht“, erählt der Zehnjährige.
Heute stoßen noch etwa 20 Bläser zur Probenfreizeit, um sich für künftige Auftritte zu rüsten. 45 Schüler im Alter zwischen sieben und 16 Jahren aus dem gesamten Kreisgebiet und Pädagogen übernachten im Schullandheim. „Alle wurden per Antrag von ihren Schulen freigestellt“, betonte die Musikschulleiterin. Auf dem Programm standen, neben dem musikalischen Part, auch andere gemeinsame Aktionen. So wurde den Schülern zum Beispiel ein Besuch im Peenemünder Spielzeugmuseum oder ein Spaziergang zum nahen Cämmerersee angeboten. Wer hören will, ob sich der Ausflug ins Probenlager gelohnt hat, hat reichlich Gelegenheit (Siehe unten: Info-Kasten)

Auftrittstermine

Die jungen Musiker präsentieren demnächst in mehreren Veranstaltungen ihr Können. Hier eine Auswahl:

  • am Sonntag um 11 Uhr beim Adventsmarkt in der alten Gutsanlage Mölschow u. a. mit Weihnachtsliedern
  • am 3. Dezember um 17 Uhr im Wolgaster Museum „Kaffeemühle“ mit Weihnachtsmusik und solistischen Stücken
  • am 10. Dezember um 16 Uhr in den Räumen der Wolgaster Sparkasse
  • am 18. Dezember um 15 Uhr in der Käthe-Kollwitz-Schule in Anklam und um 18 Uhr im Ratssaal des Wolgaster Kornspeichers mit Weihnachtsmusik und Beiträgen für „Jugend musiziert“ 2011.

Ostsee-Zeitung, 27.11.2010

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