Gipfelsturm am Klavier und in den Alpen

Anna Charlotte Kolkwitz freut sich nach der letzten Prüfung auf die Ferientour

Anna Charlotte Kolkwitz hat auch die letzte Prüfung gemeistert. Jetzt wird der Flügel zuguns­ten einer Alpenwanderung erst einmal zugeklappt. Foto: O. MinkenbergWolgast (AK/olm). Während die meisten Mädchen und Jun­gen am Sonnabend lange aus­schlafen und den Start der Sommerferien genießen konn­ten, war von Anna Charlotte Kolkwitz noch einmal höchste Konzentration gefragt. Denn sie absolvierte in Rostock ihre Jahresabschlussprüfung an der „young academy“ der Hochschule für Musik und Theater. Nach jedem Schul­jahr müssen sich die hier unterrichteten Jugendlichen die Fortsetzung dieser beson­deren Förderung buchstäblich erspielen. Anna Charlotte ist dies auch in ihrem vierten Jahr an der „young academy“ mit Bravour gelungen. Sie be­kam eine sehr gute Bewer­tung durch die Jury.
Die Prüfung setzte den Schlusspunkt unter ihr bisher erfolgreichstes Schuljahr. Beim Wettbewerb „Jugend mu­siziert“ hatte sie in der Klavier-Solo-Wertung - einer der am härtesten umkämpften Katego­rien - nicht nur die Höchst­wertung von 25 Punkten beim Regionalausscheid erreicht, sondern sich mit 24 Punkten beim Landesfinale auch erst­mals für den Bundeswettbe­werb qualifiziert. „Das fetzt na­türlich und macht viel Spaß“, sagt die 15-Jährige. Doch es bedeutete auch jede Menge harte Arbeit. Bis zu drei Stunden pro Tag übte sie vorher die fünf Stücke ihres 15 bis 20 Minuten langen Pro­gramms. „Manchmal denkt man, es geht nicht mehr bes­ser, aber dann findet man doch immer wieder etwas, das man noch verbessern kann“, schildert sie. Am schwierigs­ten sei es indes, den erreich­ten Stand zu halten, so dass sich nicht Fehler ein­schleichen, weil man mit den Gedanken gerade zum Schuljahresende anderswo ist. Sehr wichtig ist ihr das enge Ver­trauensverhältnis zu ihrer Leh­rerin Agnes Rabast, von der sie seit zehn Jahren unterrich­tet wird. „Frau Rabast hat mich ganz toll vorbereitet“, be­dankt sich Anna Charlotte.
Beim Auftritt selbst spielen na­türlich auch immer äußere Faktoren eine Rolle. So hätte sie sich beim Bundeswettbe­werb gewünscht, einen Mor­gen-Termin zu erwischen, musste jedoch bis 16.45 Uhr warten. Zur Aufregung kam dann noch der große, stickige Raum. „Da passieren dann kleine Dinge, die anderen kaum auffallen, aber einen selbst ziemlich ärgern“ erin­nert sie sich an ihren Auftritt, der ihr 19 Punkte und das Prä­dikat „Mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“ einbrachte. Ein wenig hat sie sich natürlich schon darüber geärgert, dass ihr nur ein Punkt an einem 3. Preis gefehlt hat. Doch: „Al­les in allem bin ich mit diesem Jahr sehr zufrieden. Auch dank des zusätzlichen Unter­richts in Rostock habe ich einen großen Sprung ge­macht“, ist sie überzeugt.
In den nächsten drei Wochen bleibt der Konzertflügel jedoch erst einmal zugeklappt. Denn zum Ferienbeginn ist eine zweieinhalbwöchige Alpenwan­derung geplant. „Danach wer­de ich mich dann wieder et­was stärker reinhängen“, kün­digt sie an und freut sich auf neue Stücke. Vorgenommen hat sie sich Beethovens Kla­viersonate Nr. 8, die unter dem Namen „Pathetique“ bekannt ist. „An der muss ich be­stimmt sehr lange üben“, schätzt sie ein. Dazu kommen verschiedene Preludes von Chopin, die eine schöne Ab­wechslung sind. Der Termin für den nächsten großen Auf­tritt steht auch schon fest: Am 3. Oktober wird sie beim Preis­trägerkonzert des Usedomer Musikfestivals in Mölschow spielen.

AnzeigenKurier, 07.07.2011

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